Finanzen

Elterngeld und ElterngeldPlus

Mit dem Elterngeld unterstützt der Staat Väter und Mütter, die nach der Geburt ihr Kind betreuen möchten.  

Anspruch auf Elterngeld
Eltern können ab der Geburt eines Kindes bis zu 14 Monate Elterngeld erhalten. Beide Elternteile können Elterngeld beziehen, müssen sich die Monate aber untereinander aufteilen. Wenn nur ein Elternteil zu Hause bleiben möchte, kann es nur 12 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. 

Wohnsituation
Alleinerziehende können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. Bisher war das alleinige Sorgerecht oder das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht Vorraussetzung. Dies ist nicht mehr der Fall. Jetzt haben auch alleinerziehende Mütter und Väter Anspruch die sich das Sorgerecht teilen. Vorraussetzung ist jetzt, dass das Kind bei einem Elternteil einen festen Wohnsitz hat. (Im Gesetz ist es so definiert: Dass der alleinerziehende Elternteil die Vorraussetzungen für den Steuerlichen Entlastungsbetrag erfüllt, d.h. zum Haushalt muss mindestens 1 Kind gehören, für das dem Elternteil ein Kinderfreibetrag oder das Kindergeld zusteht, §24 Abs. 1 und 2) und der andere Elternteil weder mit ihm noch mit dem Kind in einer Wohnung lebt.

Höhe des Elterngeldes

Das Elterngeld orientiert sich an der Höhe des entfallenden  Erwerbseinkommens. Es gleicht das entfallende Einkommen mit einer Ersatzrate aus, die nach der Höhe des Einkommens vor der Geburt des Kindes gestaffelt ist. Das entfallende Einkommen wird bei einem Nettoeinkommen

  • von 1.240 Euro und mehr zu 65 Prozent (maximal 1800 Euro)
  • von 1.220 Euro bis 1240 66 Prozent
  • zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro zu 67 Prozent

ersetzt.

Geringverdiener mit einem Erwerbseinkommen unter 1.000 Euro netto bekommen durch eine gleitende Anhebung der Ersatzrate bis zu 100 Prozent ersetzt. Das Elterngeld beträgt höchstens 1.800 Euro und mindestens 300 Euro. Der Mindestbetrag von 300 Euro wird unabhängig davon gezahlt, ob die Eltern vor der Geburt erwerbstätig waren oder nicht. Bei den Mehrlingsgeburten erhöht sich das sonst zustehende Elterngeld für das zweite und jedes weitere Kind um je 300 Euro.

Anrechnung von Elterngeld

Elterngeld wird auf die Grundsicherungsleistungen (Sozialgeld, Arbeitslosengeld II und Kinderzuschlag) vollständig als Einkommen angerechnet. Ausnahme: Alle Elterngeldberechtigten, die vor der Geburt Ihres Kindes erwerbstätig waren, erhalten einen individuellen Freibetrag, der dem Durchschnittsnettoeinkommen vor der Geburt entspricht. Bis zu dieser Höhe, maximal jedoch 300 Euro (bzw. 150 Euro bei halbierter Auszahlung des Elterngeldes), bleibt das Elterngeld bei den genannten Leistungen weiterhin anrechnungsfrei.

Elterngeld Plus

Eltern können wählen, ob Sie Elterngeld oder Elterngeld Plus beziehen wollen. (wenn ihre Kinder nach dem 1. Juli 2015 geboren sind)

ElterngeldPlus bedeutet, dass Sie währen der Elternzeit bereits wieder in Teilzeit bis zu 30 Wochenstunden arbeiten und dabei Elterngeld bekommen. Das Elterngeld wird dann dafür aber doppelt so lange gezahlt. Das heißt, der Zeitraum des Elterngeldbezugs kann sich verdoppeln. Wie beim bisherigen Elterngeld auch, ersetzt das ElterngeldPlus das wegfallende Einkommen um 65 bis zu 100 Prozent, abhängig vom Voreinkommen. Sie erhalten in dieser Zeit höchstens die Hälfte des Elterngeldes, dass Ihnen ohne Teilzeiteinkommen zustünde.

Zusätzlich gibt es einen Partnerschaftsbonus für Eltern, die mindestens vier Monate parallel zwischen 25 und 30 Stunden arbeiten. Beide Elternteile erhalten vier zusätzliche Elterngeldmonate. Alleinerziehende bekommen den Bonus auch! 

Außerdem ermöglicht das neue Gesetz eine deutliche Flexibilisierung der Elternzeit. Weiterhin sind 36 Monate (3 Jahre) unbezahlte Auszeit vom Job bis zum dritten Lebensjahr des Kindes möglich. Davon können aber 24 Monate statt bisher zwölf zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes eingesetzt werden. Außerdem kann die Elternzeit in drei Zeitabschnitte pro Elternteil eingeteilt werden.

Hier können Sie die Broschüre zum Elterngeld, Elterngeld Plus herunterladen

Online-Elterngeldrechner und Planer

Mit dem Elterngeldrechner können Sie Ihren Anspruch auf Elterngeld selbst ermitteln. Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, können das Elterngeld mit dem ElterngeldPlus und dem Partnerschaftsbonus kombinieren. Hierfür gibt es einen erweiterten Elterngeldrechner mit Planerfunktion.

Hier geht's zum Elterngeldrechner

Anträge

Hier können Sie alle Anträge herunterladen (unten auf der Seite)
Den ausgefüllten Antrag senden Bürgerinnen und Bürger des Wetteraukreis an das

Hessisches Amt für Versorgung und Soziales in Gießen

Postanschrift: Postfach 101052 |35340 Gießen

Hausanschrift: Südanlage 14 A  | 35390 Gießen

Tel. 0641 7936-0 | Fax: 0641 7936-117

postmaster@havs-gie.hessen.de

 

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